Buchvorstellung – Volle Drehzahl von Uwe Hück

Er weiß nicht, ob sein Geburtsdatum wirklich stimmt. Im Heim aufgewachsen ohne Eltern und ohne Chancen? Und doch hat er es geschafft:

Uwe Hück, der wahrscheinlich am 22. Mai 1962 in Stuttgart geboren wurde, ist Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG in Stuttgart.

Hück – der Macher

In seinem Buch „Volle Drehzahl“ berichtet er in 9 Kapiteln über sein beeindruckendes Leben.

  1. Heimjahre
  2. Lehrjahre
  3. Familienjahre
  4. Der Aufstieg
  5. Auf dem Haidach
  6. Porsche und VW
  7. Politische Freunde
  8. Gegenspieler
  9. Ausblick

Heimjahre

Drei Heime in Süddeutschland lernte Uwe Hück kennen. Er berichtet von einer schweren und halb verdrängten Kindheit. Die schwierigen Umstände, um sich gegen andere seelenverletzte Kinder durchzusetzen, werden beeindruckend beschrieben. Aggressive Kinder, Erziehungsmethoden der 70er Jahre und Selbstmordgedanken geben ein bedrückendes Szenario. Die Auflehnung des jungen Mannes führte zu Bestrafungen und schlechten Schulnoten. Da gab es aber auch den verständnisvollen Lehrer, der den „Sozialfall“ zu sich nach Hause einlud und fortan mit Nachhilfeunterricht unterstützte. Einer seiner Sätze: „Du bist nicht dumm, du bist nur auffällig und wenig gefördert worden“.
Der Problemfall konnte bald von der Sonderschule auf die Hauptschule wechseln. Ausserdem regte ihn ein Erzieher an, mehr Sport zu machen. Auch diese Komponente spielte im weiteren Leben des Uwe Hück eine große Rolle.

Lehrjahre

Nach der Schule konnte das ungeliebte Heim gegen eine eigene kleine Wohnung getauscht werden. Der Junge Mann begann eine Malerlehre und vertiefte sich ins Taiboxen. Nach der Lehre konzentrierte sich Hück zunächst ganz auf den Sport und wurde Europameister im Taiboxen. 1985 fing er als Lackierer bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG an.

Familienjahre

In dem Kapitel „Familienjahre“ beschreibt Hück das Kennenlernen seiner vietnamesischen Frau und recht humorvoll die Geburt seines Sohnes.

Der Aufstieg

Eigentlich wollte Hück nur zeitlich befristet bei Porsche arbeiten, um seinen Sport zu finanzieren. Aber es entwickelte sich ganz anders. Der selbstbewusste junge Mann wurde schnell Vertrauensmann der Belegschaft und Kandidat für den Betriebsrat. Als Betriebsrat erlebte Uwe Hück die schweren Jahre nach 1992, als die Autoverkäufe bei Porsche weltweit einbrachen. Entlassungen und Rettungsmaßnahmen wurden in Zusammenarbeit zwischen Firmenleitung und Betriebsrat durchgeführt. 1994 wurde Hück dann freigestellter Betriebsrat, drei Jahre später Betriebsratsvorsitzender, ein weiteres Jahr danach Mitglied des Aufsichtsrats.

Auf dem Haidach

Der sozial engagierte Uwe Hück blieb seiner Heimatstadt Pforzheim erhalten und hat dort auch seine Duftmarken im positiven Sinne hinterlassen. Der Aussiedler Hügel Haidach stellte eine besondere Herausforderung dar. Hück setzt sich  für Jugendliche ein und unterstützt sie im Sportbereich.

Porsche und VW

Hier wird der holprige Weg zu einer Partnerschaft beschrieben, dessen Höhen und Tiefen auch der Betriebsratsvorsitzende von Porsche in aller Heftigkeit zu spüren bekam.

Politische Freunde

Hück ist politisch der SPD verbunden. In diesem Zusammenhang unterstützte er den Wahlkampf von Gerhard Schröder. Der Idee, Politiker zu werden, konnte (wollte) er bis jetzt nicht folgen.

Gegenspieler

Zu recht empfindlich reagiert Uwe Hück auf Strömungen, die soziale Ungerechtigkeiten zementieren oder gar fremdenfeindliche Untertöne etablieren wollen. In dem Kapitel „Gegenspieler“ werden Themen und Personen zu diesem Bereich aufgegriffen.

Ausblick

Hück ruht sich nicht auf das Beschriebene aus. Er will die aktuellen Projekte weiter antreiben und neue Ideen umsetzten. Wo nimmt der Mann die Energie her? Hochmotiviert folgt er seinen Prinzipien.

Das Buch beschreibt die Geschichte eines offensichtlich chancenlosen Kindes, dem Möglichkeiten gegeben wurden. Der junge Mann hat die Chancen beherzt ergriffen. Beides ist notwendig, der Support und die Offenheit, diesen auch anzunehmen.

Für Uwe Hück spricht auch, dass der Bucherlös zu 100% gespendet wird.

Quelle:

Hück, U. / Wark, Th.: Volle Drehzahl. Mit Haltung an die Spitze. Campus 2012